Ratgeber ·
Sortieranalyse: der Ablauf Schritt für Schritt
Eine Sortieranalyse zeigt, woraus eine Menge Abfall oder Wertstoff tatsächlich besteht. Ob Restabfall, Gewerbeabfall, Altlampen oder eine angelieferte Charge: Der Ablauf ist im Kern immer gleich. Dieser Artikel beschreibt die sieben Schritte und worauf es bei der Dokumentation jeweils ankommt.
1. Ziel und Fragestellung klären
Am Anfang steht die Frage, die die Analyse beantworten soll. Wie hoch ist der Anteil an Fehlwürfen? Erfüllt eine Lieferung die vereinbarte Qualität? Wie alt sind die Geräte in der Sammlung? Aus der Frage ergibt sich, was gemessen wird, wie viele Proben nötig sind und in welcher Form das Ergebnis gebraucht wird. Diese Festlegungen trifft der Auftraggeber oder der Gutachter, oft auf Grundlage einer anerkannten Methode.
Für die Dokumentation: Ziel, Methode und Auftraggeber gehören von Anfang an zum Projekt, nicht erst in den Bericht.
2. Fraktionen und Merkmale festlegen
Der Fraktionskatalog bestimmt, in welche Gruppen sortiert wird. Je feiner der Katalog, desto aussagekräftiger das Ergebnis, aber desto länger dauert jede Probe. Neben dem Gewicht je Fraktion werden häufig Stückzahlen, Merkmale wie Zustand oder Alter und weitere Messwerte erfasst.
Für die Dokumentation: Alle Beteiligten sollten dieselben Begriffe verwenden. Eine kurze Beschreibung je Fraktion, am besten mit Beispielfoto, vermeidet Streit über Grenzfälle.
3. Probenahme planen und kennzeichnen
Welche Behälter, Touren oder Lieferungen werden untersucht, und wann? Ein Plan mit allen Proben verhindert, dass in der Halle improvisiert wird. Jede Probe braucht eine eindeutige Kennung, die mit der Probe wandert, vom Anliefern bis zum Sortiertisch.
Für die Dokumentation: Etiketten mit QR-Code sind robuster als handgeschriebene Nummern. Ein Scan ruft die richtige Probe auf, Verwechslungen werden seltener.
4. Anliefern und wiegen
Jede Probe wird vor dem Sortieren gewogen. Bei Behältern gehört das Leergewicht dazu, damit sich das Nettogewicht berechnen lässt. Wird eine Probe in mehreren Schritten sortiert, kann ein Zwischengewicht nötig sein.
Für die Dokumentation: Ein Foto der Waagenanzeige ist der einfachste Beleg. Tippfehler beim Gewicht, etwa ein vergessenes Komma, gehören zu den häufigsten Fehlern und fallen auf Papier oft erst bei der Auswertung auf.
5. Sortieren, zählen, fotografieren
Die Probe wird von Hand in die Fraktionen aufgeteilt. Jede Fraktion wird gewogen, je nach Fragestellung auch gezählt oder nach Merkmalen bewertet. Fotos der sortierten Fraktionen zeigen später, was hinter einer Zahl steckt.
Für die Dokumentation: Werte sofort am Sortierplatz erfassen, nicht am Ende der Schicht aus dem Gedächtnis. Fotos sollten automatisch der richtigen Probe zugeordnet werden, sonst beginnt im Büro die Suche. Auf Fotos gehören keine Personen.
6. Prüfen, bevor die Halle leer ist
Fehlt ein Gewicht oder ein Foto, lässt es sich nur nachholen, solange die Probe noch da ist. Eine Übersicht über alle Proben mit ihrem Stand zeigt rechtzeitig, wo etwas fehlt.
Für die Dokumentation: Eine Vollständigkeitsprüfung vor dem Abschluss erspart Rückfragen. Änderungen an erfassten Werten sollten nachvollziehbar bleiben, mit altem und neuem Wert.
7. Auswerten und berichten
Aus den Einzelwerten entstehen Anteile je Fraktion, Mittelwerte und Vergleiche, etwa zwischen Gebieten oder Jahren. Der Bericht fasst Methode, Ergebnisse und Auffälligkeiten zusammen.
Für die Dokumentation: Rohdaten und Fotos gehören zum Ergebnis. Wer sie geordnet übergeben kann, beantwortet Rückfragen von Auftraggebern und Prüfern schnell.
Papier, Excel oder App?
Kleine Analysen mit wenigen Proben lassen sich gut mit einem Erfassungsbogen und einer Tabelle erledigen. Mit der Zahl der Proben, Personen und Fotos wächst aber der Aufwand für das Übertragen und Zusammenführen, und mit ihm das Risiko von Fehlern. Eine App wie SORQA erfasst die Werte direkt am Sortierplatz, ordnet Fotos zu, prüft die Vollständigkeit und liefert am Ende eine Excel-Datei. Wie das konkret aussieht, zeigen die Funktionen und die Einsatzbereiche.
Beispiele aus der Praxis
- WareneingangskontrolleLieferungen stichprobenartig prüfen: Gewicht, Fremdanteil, Zustand und Foto je Charge erfassen, mit Ampel für Annahme oder Reklamation.
- Altlampen und ElektroaltgeräteSammelbehälter wiegen, Lampen und Geräte nach Typ, Alter und Zustand zählen, jede Zählung mit Foto. So läuft die Sortieranalyse mit SORQA.
- Restabfall- und HausmüllanalyseSortierkampagnen für Rest- und Hausmüll digital erfassen: Proben, Stichproben, Fraktionen, Gewichte und Fotos in einem Ablauf, Export für das Gutachten.